Wie das Böse um sich greift

  • Auf der Suche nach dem Thema Dämonische Einflüsse bei Gotteskindern bin ich hier drüber gestolpert und dachte sofort als erstes: Tausende Generationen sind min. 20.000 Jahre, eher mehr.

    So lang gibt es noch keine Menschen.

    Evtl. Ist diese Zahl symbolisch für Gottes unermessliche Liebe und Vergebungsbereitschaft? ( Christina )

    Liebe Grüsse Stefanie

  • Liebe Stefanie, vielen Dank für diesen Hinweis. So weit habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Du könntest durchaus Recht damit haben.


    So ein Austausch ist doch immer gut. Manchmal kommt ein Anderer auf Gedanken, die man selbst noch gar nicht hatte, wo man sozusagen ein Brett vor dem Kopf hat.


    Danke. :)

  • Eigentlich hat Tom es schon gechrieben. Hier noch ergänzende Bibelstellen:


    Hebräer 8


    12 Denn ich werde gegenüber ihren Ungerechtigkeiten gnädig sein, und ihrer Sünden werde ich nie mehr gedenken.



    Römer 8


    1 Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

    2 Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich1 frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.


    Die Grundlage dafür liefert:


    Galater 3


    13 Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes dadurch losgekauft, daß er für uns zum Fluch (= an unserer Statt oder uns zuliebe ein Verfluchter) geworden ist



    Der Preis der Sünde wurde also bezahlt. Die gilt für jeden, unabhängig von den Belastungen seiner Vorfahren, wenn er das Opfer Jesu annimmt. Damit gilt:


    Johannes 1


    17 Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; Gottes Gnade und Wahrheit aber kamen durch Jesus Christus












  • Lieber Karyopse, mir ist das schon alles klar, genauso wie du es schreibst und begründest. :) Es ging mir bei der Sache eigentlich mehr um das "wenn", so wie du ebenfalls schreibst:

    Der Preis der Sünde wurde also bezahlt. Die gilt für jeden, unabhängig von den Belastungen seiner Vorfahren, wenn er das Opfer Jesu annimmt.



    Also, all das gilt, wenn eine Person das Opfer Jesu annimmt.


    Die Frage wäre nun: Hat es eine Person, deren Vorfahren (zurückreichend bis ins 3. oder 4. Glied) sich okkult betätigt haben, es aufgrund dessen (evtl. okkulte Belastung?) schwerer als andere Menschen, sich überhaupt für Christus zu entscheiden? Weil da vielleicht finstere Mächte noch einen Einfluß/Anspruch auf diese Person erheben, auch wenn diese Person sich selbst nicht okkult betätigt oder betätigt hat? Oder spielt das überhaupt keine Rolle, da ja irgendwelche andere Vorfahren (evtl. 10 oder 20 Generationen vorher) treue Nachfolger Jesu waren? Um diesen Punkt ging es mir hauptsächlich.


    Hat eine Person, deren Vorfahren sich okkult betätigt haben, es nun vielleicht schwerer zum Glauben zu finden, weil ein Generationen-Fluch auf ihr liegt? Oder hat sie vielleicht an irgendwelchen anderen Defiziten zu leiden, vielleicht gesundheitlich oder dgl. ? Psychische Krankheiten? Oder liegt doch kein Fluch vor, weil außerdem ein Generationen-Segen auf ihr liegt? Spielt das 3. und 4. Glied also überhaupt keine Rolle?


    Oder was ist mit einer Person, an der ohne ihr Wissen vielleicht als Baby oder Kleinkind okkulte Praktiken ausgeführt wurden, z. B. um eine Krankheit zu heilen (vielleicht von Großmutter oder Urgroßmutter)? Aber in der 50. Generation der Vorfahren war jemand treuer Nachfolger Jesu. Wie verhält es sich da?


    Ich hoffe, ich konnte einigermaßen verständlich ausdrücken, was ich meine.

  • Interessant sind auch diese Verse, die zeigen, dass der Generationenfluch anscheinend nur bei Okkultsünden galt.


    Hesekiel 18


    1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so:

    2 Was habt ihr, dass ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf?

    3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR1, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht2!

    4 Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie allein soll sterben.

    5 Und wenn jemand gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,

    6 auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht unrein macht und einer Frau zur Zeit ihrer Absonderung3 nicht naht

    7 und niemanden unterdrückt, das Pfand des Schuldners4 zurückgibt, keinen Raub begeht5, sein Brot dem Hungernden gibt und den Nackten mit Kleidung bedeckt,

    8 auf Zins nicht gibt und Aufschlag nicht nimmt, seine Hand vom Unrecht zurückhält, rechtes Gericht übt6 zwischen Mann und Mann,

    9 in meinen Ordnungen lebt7 und meine Rechtsbestimmungen hält, um sie getreu zu befolgen: Gerecht ist er. Leben soll er, spricht der Herr, HERR8.

    10 Zeugt er aber einen gewalttätigen9 Sohn, der Blut vergießt und eines von diesen Dingen tut10 -

    11 er selbst aber hat alles das nicht getan -, wenn der sogar auf den Bergen isst und die Frau seines Nächsten unrein macht,

    12 den Elenden und den Armen unterdrückt, Raub an sich reißt, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Gräuel verübt,

    13 auf Zins gibt und Aufschlag nimmt: Sollte er leben? Er soll nicht leben! All diese Gräuel hat er verübt: Er muss getötet werden, sein Blut wird auf ihm sein.

    14 Und siehe, der zeugt einen Sohn, und dieser sieht alle Sünden seines Vaters, die der tut; er sieht sie und tut nicht desgleichen:

    15 Er isst nicht auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er macht nicht die Frau seines Nächsten unrein,

    16 und er unterdrückt niemanden, pfändet kein Pfand und begeht11 keinen Raub, er gibt dem Hungernden sein Brot und bedeckt den Nackten mit Kleidung,

    17 er hält seine Hand vom Unrecht12 zurück, nimmt weder Zins noch Aufschlag, er befolgt meine Rechtsbestimmungen, lebt13 in meinen Ordnungen: Der wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben. Leben soll er!

    18 Sein Vater, weil er Erpressung14 verübt, am Bruder Raub begangen15 und das, was nicht gut war, inmitten seines Volkes getan hat: siehe, er allein soll um seiner Schuld willen sterben.

    19 Ihr aber sagt: Warum trägt der Sohn nicht an der Schuld des Vaters mit? Dabei hat der Sohn doch Recht und Gerechtigkeit geübt, hat alle meine Ordnungen bewahrt und sie getan: Leben soll er!

    20 Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters mittragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes mittragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen16 soll auf ihm sein.

    21 Wenn aber der Gottlose umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: Leben soll er und nicht sterben.

    22 All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben.

    23 Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen18, spricht der Herr, HERR19, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?

    24 Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Gräueln, die der Gottlose20 verübt hat - tut er es, sollte er leben? -: An all seine gerechten Taten21, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.

    25 Aber ihr sagt: "Der Weg des Herrn ist nicht recht." Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht vielmehr eure Wege nicht recht?

    26 Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und um dieser Sünden willen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat.

    27 Wenn aber ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit22, die er begangen hat, umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt: er wird seine Seele am Leben erhalten.

    28 Sieht er es ein und kehrt er um von all seinen Vergehen, die er begangen hat: leben soll er und nicht sterben.

    29 Aber das Haus Israel sagt: "Der Weg des Herrn ist nicht recht." Sind meine Wege nicht recht, Haus Israel? Sind nicht vielmehr eure Wege nicht recht?

    30 Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der Herr, HERR23. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, dass es euch nicht ein Anstoß zur Schuld wird!

    31 Werft von euch alle eure Vergehen, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel?

    32 Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss24, spricht der Herr, HERR25. So kehrt um26, damit ihr lebt!

  • Hallo Christina,


    zu deinen Fragen: Schwierig zu beantworten, weil dies natürlich auch eine statistische Frage ist, die wir nicht erheben können. Wir kennen nur Einzelbeispiele, wenn überhaupt.

    Es gibt Kinder, die werden wie ihre Eltern und dann gibt es Kinder, die sind so ganz anders als ihre Eltern was Denk-und Verhaltensweisen angeht. In welchem Verhältnis dies auftritt, kann ich aber nicht sagen. Es ist nur eine Beobachtung, dass dies möglich ist. Nehmen wir beispielsweise die Armut, allgemein würde man sagen, die Kinder in armen Familien haben es im Leben schwerer.

    Andererseits kann Reichtum aber einen ungünstig prägenden Einfluß auf den Charakter der Kinder haben. Was würde man also wählen?

    Im Grunde haben wir alle positive und negative Einflüsse, die wir aber hinsichtlich unserer Entwicklung gar nicht abschätzen können, welche nun günstig oder ungünstig waren.

    Die Betrachtung des Generationenfluchs können wir anhand deiner Fragestellungen durchaus erweitern, indem wir fragen, welche Faktoren Menschen begünstigen zu Gott zu finden und welche nicht. Und letztlich geht es in die Frage über, ist Gott gerecht oder ist er es nicht?

  • Hallo Christina,


    Ich hatte ja erwähnt, dass ich mich mit dem Thema im weiteren Sinne beschäftige und gleichzeitig zur Fragestellung hier im Forum auch in der Bibel systematisch suche und Bücher lese.

    In diesem Zuge habe ich gestern Abend genau zu deiner Frage ein Kapitel im Buch "Mächte der Bosheit" von Roland Antholzer gefunden. Er erklärt das m.E. sehr gut, schlüssig und biblisch fundiert.

    Vor allem ist es so gut zusammengefasst formuliert, dass ich es hier gar nicht wiedergeben kann, ohne lange Passagen wörtlich zu zitieren. Letzten Endes läuft es drauf hinaus, dass er klar macht, dass wirklich ganz frei ist, wenn der Sohn frei macht.


    Wenn es erlaubt ist und es dich interessiert, würde ich das Buch als PDF verlinken (keine Verstoss gegen Copyright; es ist online frei verfügbar).



    Liebe Grüsse, Stefanie

  • Liebe Stefanie,


    Danke für den Tipp. Ich denke, das dürfte kein Problem sein, das Buch hier zu verlinken. Ich habe mal danach gegoogelt: https://clv.de/Buecher/Lebenshilfe/Maechte-der-Bosheit.html

    Ich werde morgen mal dort reinschauen. Heute bin ich schon zu müde und das Bett ruft. ;)



    Lieber Karyopse,


    Danke auch für deine Antwort. Ja, es ist schwierig. Aber heute kann ich eh keinen klaren Gedanken mehr dazu fassen. *gähn*


    Liebe Grüße an Alle

    Christina :)

  • Habe jetzt ein bißchen im Buch geblättert. Meintest du das Kapitel: Ist okkulte Belastung erblich? Seite 77-81?


    Seine Argumentation dort ist, der Vers in 2. Mose 20, 5b-6 hat nichts mit Okkultismus zu tun, die Strafe ist zeitlich. Als Beispiel gibt er Israel an. Die Heimsuchung der Sünde der Väter erfolgte an den Nachkommen oft erst in der 3. und 4. Generation danach und nur dann, wenn diese in der Sünde der Vorfahren blieben, diese sozusagen fortführten. Gott strafte das Volk nicht sofort bei einem gottlosen König und gottlosem Wandel, zeigte oft noch langmütig seine Gnade an den Vätern sozusagen, die Strafe kam dann erst Generationen später. Soweit nachvollziehbar.

  • Habe jetzt ein bißchen im Buch geblättert. Meintest du das Kapitel: Ist okkulte Belastung erblich? Seite 77-81?


    Seine Argumentation dort ist, der Vers in 2. Mose 20, 5b-6 hat nichts mit Okkultismus zu tun, die Strafe ist zeitlich. Als Beispiel gibt er Israel an. Die Heimsuchung der Sünde der Väter erfolgte an den Nachkommen oft erst in der 3. und 4. Generation danach und nur dann, wenn diese in der Sünde der Vorfahren blieben, diese sozusagen fortführten. Gott strafte das Volk nicht sofort bei einem gottlosen König und gottlosem Wandel, zeigte oft noch langmütig seine Gnade an den Vätern sozusagen, die Strafe kam dann erst Generationen später. Soweit nachvollziehbar.

    Hallo, schön dass du es schon selbst gefunden hast. Ich hatte zwar einen anderen Link, aber es ist das Buch.


    Genau, ich meinte diese Seiten, aber ich hatte bei meinem Beitrag diese Stelle im Kopf:


    "... um die Befreiung von den Bannwirkungen der Vorfahren wissen darf. (er zitiert 1.Pet 1, 18). Letztlich geht es um die Frage: Ist die Erlösung, die Christus uns erwirkt hat, vollständig oder bedarf sie der Ergänzung durch unser Tun? [...] Nichts und niemand kann uns daran hindern, in der Freiheit der Kinder Gottes zu wandeln [...]"


    Das ist Seite 80/81 bei meiner Ausgabe.


    Ich finde das sehr einleuchtend und in sich schlüssig, weil es dem Erlösungswerk Christi keine Einschränkung antut.